Die klassischen Monster-Sorten sind nach Zutaten vegan. Taurin und L-Carnitin werden synthetisch hergestellt. Nicht vegan sind die Kaffeelinie Java Monster und die Proteinlinie Muscle Monster – beide enthalten Milch.

Matrix der Monster-Linien: Monster Energy, Ultra und Juice ohne tierische Zutaten, Java Monster mit Milch, Muscle Monster mit Milchprotein, rote Sorten je nach Land mit Karmin.
Die klassischen Energy-Sorten sind nach Zutaten unproblematisch. Entschieden wird die Frage bei den Kaffee- und Proteinlinien.

Die Antwort in Kürze

  • Monster Energy in der grünen Dose enthält nach dem Zutatenverzeichnis keine tierischen Bestandteile.
  • Taurin wird chemisch synthetisiert. Der Mythos vom Stier gilt hier genauso wenig wie bei anderen Energy Drinks.
  • L-Carnitin kommt natürlicherweise vor allem in Fleisch vor, wird industriell aber synthetisch hergestellt. Der Hersteller weist es als nicht tierisch aus.
  • Java Monster ist eine Kaffee-Milch-Mischung und damit ausgeschlossen.
  • Muscle Monster enthält Milchprotein und ist ebenfalls ausgeschlossen.
  • Bei roten Sorten lohnt der Blick auf den Farbstoff: In einzelnen Ländern kommt Karmin (E 120) aus Schildläusen zum Einsatz.
  • Monster trägt kein Vegan-Siegel. Die Einordnung stützt sich auf das Zutatenverzeichnis, nicht auf eine Zertifizierung.
  • Rezepturen unterscheiden sich von Land zu Land. Maßgeblich ist immer die Dose, die man in der Hand hält.

Was in Monster steckt

Die Grundrezeptur ähnelt der anderer Energy Drinks: Wasser, Kohlensäure, Zucker oder Süßungsmittel, Säuerungsmittel, Taurin, Koffein, B-Vitamine, Aromen und Farbstoffe. Dazu kommen je nach Sorte L-Carnitin, Ginseng-Extrakt, Guarana und Inosit.

Keiner dieser Stoffe ist in der industriellen Herstellung tierischer Herkunft. Zwei davon werden trotzdem regelmäßig hinterfragt, weil sie im Körper und in tierischen Lebensmitteln vorkommen – Taurin und L-Carnitin.

Taurin und L-Carnitin

Beide Stoffe teilen dasselbe Missverständnis. Sie kommen natürlicherweise in Fleisch, Fisch und Innereien vor, und daraus wird geschlossen, sie müssten auch industriell von dort stammen.

Tatsächlich wird Taurin aus mineralischen und petrochemischen Ausgangsstoffen synthetisiert. L-Carnitin wird ebenfalls chemisch oder durch Fermentation hergestellt. Der Grund ist derselbe wie überall: Die Synthese liefert gleichbleibende Reinheit zu einem Bruchteil der Kosten. Die Einzelheiten stehen bei Taurin.

Der Name L-Carnitin geht auf lateinisch carnis für Fleisch zurück, weil es 1905 aus Muskelgewebe isoliert wurde. Auch hier führt die Wortherkunft in die Irre, genau wie bei Taurin und taurus.

Die Linien im Überblick

Monster ist längst keine einzelne Dose mehr, sondern ein Sortiment mit sehr unterschiedlichen Rezepturen. Für die Frage nach tierischen Zutaten zerfällt es in zwei Gruppen:

Linie Charakter Kritischer Punkt
Monster Energy Klassiker mit Zucker keiner
Monster Ultra ohne Zucker, mit Süßungsmitteln keiner
Monster Juice mit Fruchtsaftanteil Farbstoff bei roten Sorten
Monster Rehab Tee- und Limonadenbasis Farbstoff prüfen
Java Monster Kaffee mit Milch Milch
Muscle Monster Proteindrink Milchprotein

Die Trennlinie verläuft damit nicht zwischen Geschmacksrichtungen, sondern zwischen Getränkearten. Sobald eine Sorte cremig oder milchig aussieht, ist Milch im Spiel – und dann steht sie hervorgehoben im Zutatenverzeichnis, weil sie ein Allergen ist.

Java Monster und Muscle Monster

Java Monster ist ein Kaffeegetränk mit Milch, vergleichbar mit einem Eiskaffee aus dem Kühlregal. Die Milch ist dabei kein Nebenbestandteil, sondern prägt das Produkt. Eine pflanzliche Variante bietet der Hersteller in Deutschland nicht an.

Muscle Monster zielt auf den Sportbereich und enthält Milchprotein als Hauptzutat. Auch hier ist die Antwort eindeutig negativ – und anders als bei versteckten Hilfsstoffen völlig transparent, weil der Proteingehalt der Verkaufsgrund ist. Wer pflanzliche Alternativen sucht, findet die Übersicht bei veganen Proteinquellen.

Zucker und Süßungsmittel

Ein Punkt, der bei Energy Drinks regelmäßig separat gefragt wird, betrifft die Süßung. In der klassischen Variante steckt Zucker, in den Zero-Varianten stecken Süßungsmittel. Beide Wege sind unproblematisch:

  • Zucker ist in Deutschland Rübenzucker und wird ohne Knochenkohle raffiniert. Ausführlich steht das bei weißem Zucker.
  • Sucralose, Acesulfam-K und Aspartam werden chemisch synthetisiert.
  • Steviolglycoside stammen aus den Blättern der Stevia-Pflanze.

Auch die B-Vitamine sind unbedenklich. Vitamin B12 wird durch Fermentation mit Bakterien gewonnen, die übrigen werden synthetisiert. Bakterien sind keine Tiere – deshalb ist angereichertes B12 auch in der veganen Ernährung die Standardlösung.

Karmin bei roten Sorten

Der einzige Punkt, an dem die Einordnung wirklich unübersichtlich wird, sind rote und rosafarbene Varianten. Der Farbstoff Karmin (E 120) wird aus Cochenilleschildläusen gewonnen und ist in einzelnen Ländern in roten Monster-Sorten enthalten, in anderen nicht.

Erkennen lässt er sich zuverlässig: Im Zutatenverzeichnis steht „Karmin“, „Echtes Karmin“ oder „E 120″. Fehlt beides, wird mit Pflanzenkonzentraten oder synthetischen Farbstoffen gefärbt. Mehr zur Einordnung der Farbstoffe steht bei Lebensmittelfarbe.

Warum es kein Siegel gibt

Monster lässt seine Getränke nicht als vegan zertifizieren. Das heißt nicht, dass tierische Bestandteile enthalten sind – es heißt, dass niemand die Herstellungskette unabhängig geprüft hat.

Für Verarbeitungshilfsstoffe wäre das relevant, weil sie nicht deklariert werden müssen. Bei einem Energy Drink fällt dieses Risiko allerdings weitgehend weg: Er wird nicht vergoren, nicht geklärt und nicht filtriert. Was drin ist, ist eine Zutat, und Zutaten sind kennzeichnungspflichtig. Deshalb trägt das Zutatenverzeichnis hier weiter als bei Wein oder Bier.

Wer trotzdem eine schriftliche Bestätigung möchte, kommt um eine Anfrage beim Hersteller nicht herum. Bei der Konkurrenz sieht es ähnlich aus – auch Red Bull arbeitet ohne Vegan-Siegel und stützt sich auf die eigene Angabe.

Weitere Zutaten der Wirkstoffmischung

Neben Taurin und Koffein führen die Dosen eine Reihe von Extrakten und Zusatzstoffen, die für Verunsicherung sorgen, weil ihre Namen unbekannt sind. Der Reihe nach:

  • Guarana ist ein Samenextrakt aus dem Amazonasgebiet und liefert zusätzliches Koffein.
  • Ginseng ist ein Wurzelextrakt.
  • Inosit gehört zu den Zuckeralkoholen und wird aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen.
  • Glucuronolacton leitet sich von Glucose ab und wird synthetisch hergestellt.
  • Maltodextrin stammt aus Mais- oder Weizenstärke.

Alle fünf sind pflanzlich oder synthetisch. Der Eindruck, in einem Energy Drink stecke etwas Undurchsichtiges, entsteht durch die Namen, nicht durch die Herkunft der Stoffe.

Prüfen in drei Schritten

  1. Getränkeart bestimmen. Kaffee- oder Proteinvariante? Dann ist die Frage bereits beantwortet.
  2. Zutatenverzeichnis lesen. Hervorgehobene Begriffe wie Milch, Molke oder Laktose sind das Ausschlusskriterium.
  3. Bei roten Sorten den Farbstoff suchen. Karmin oder E 120 stehen ausgeschrieben in der Liste.

Damit ist die Prüfung in unter einer Minute erledigt. Was nicht funktioniert: von der Dosenfarbe oder vom Namen der Sorte auf die Rezeptur zu schließen.

Ein Hinweis zu Importware: Dosen aus Onlineshops oder Süßwarenläden mit US-Sortiment tragen häufig das Originaletikett mit einem aufgeklebten deutschen Zusatz. Dann gilt die Rezeptur des Herkunftslands, und die Farbstoffe können abweichen. Bei diesen Dosen lohnt der Blick besonders, weil gerade die roten Sondereditionen als Import verkauft werden.

Häufige Fragen

Ist Monster Ultra vegan?

Nach dem Zutatenverzeichnis ja. Die Ultra-Linie kommt ohne Zucker aus und wird mit Süßungsmitteln wie Sucralose und Acesulfam-K gesüßt, die synthetisch hergestellt werden. Tierische Bestandteile sind nicht deklariert. Bei roten Varianten lohnt der Blick auf den Farbstoff.

Ist das Taurin in Monster tierisch?

Nein. Es wird chemisch synthetisiert und stammt nicht aus Tieren. Der Name geht auf die Erstisolierung aus Ochsengalle im 19. Jahrhundert zurück, die Herstellung hat damit seit Langem nichts mehr zu tun.

Enthält Monster Gelatine?

Nein. Gelatine dient als Gelier- oder Klärmittel und hat in einem kohlensäurehaltigen Getränk keine Funktion. Sie taucht in keiner Monster-Rezeptur auf. Wo Gelatine tatsächlich vorkommt, ist gesondert beschrieben.

Warum steht auf der Dose nichts zu vegan?

Weil die Angabe freiwillig ist. Ein Hersteller muss Zutaten und Allergene kennzeichnen, aber nicht angeben, ob ein Produkt für eine bestimmte Ernährungsform geeignet ist. Das Fehlen des Wortes „vegan“ sagt deshalb nichts über die Zusammensetzung aus.

Was sagt die Risikobewertung?

Das ist eine andere Frage als die nach den Zutaten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt seit Jahren vor hohem Konsum, besonders in Verbindung mit Alkohol oder körperlicher Anstrengung. Vegan und unbedenklich sind zwei verschiedene Kriterien.

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