Ja, klassischer Tomatenketchup ist vegan. Er besteht aus Tomaten, Zucker, Essig, Salz und Gewürzen. Ausnahmen gibt es bei einzelnen Sorten – dort stecken Honig oder Worcestersauce mit Sardellen drin, beides steht im Zutatenverzeichnis.

Die Antwort in Kürze
- Die Grundrezeptur von Ketchup ist rein pflanzlich: Tomatenmark, Zucker, Branntweinessig, Salz, Gewürze.
- Der häufigste Grund für eine Ausnahme ist Honig in Sorten wie Honig-Senf- oder Barbecue-Ketchup.
- Der zweite ist Worcestersauce, die traditionell Sardellen enthält. Sie steckt in würzigen und rauchigen Varianten.
- Selten wird mit Karmin (E 120) nachgefärbt, um den Rotton zu verstärken.
- Alle drei sind Zutaten und damit kennzeichnungspflichtig. Fisch ist zusätzlich als Allergen hervorzuheben.
- Ketchup wird nicht geklärt oder filtriert wie Wein oder Bier – es gibt keine versteckten Verarbeitungshilfsstoffe.
- Der Zucker ist in Deutschland Rübenzucker und kommt ohne Knochenkohle aus.
- Damit gilt: Was nicht im Zutatenverzeichnis steht, ist auch nicht drin. Die Prüfung dauert Sekunden.
Was in Ketchup steckt
Die Zusammensetzung ist in Deutschland durch die Leitsätze für Gemüseerzeugnisse beschrieben. Tomatenketchup besteht aus Tomatenmark oder Tomatenerzeugnissen, Zucker, Speiseessig, Salz und Gewürzen. Ein Mindestgehalt an Tomatentrockenmasse ist vorgesehen – deshalb schmeckt ein günstiger Ketchup dünner, aber nicht grundsätzlich anders zusammengesetzt.
Eine typische Zutatenliste hat sechs bis acht Positionen:
| Zutat | Funktion | Einordnung |
|---|---|---|
| Tomatenmark | Basis, Farbe, Geschmack | pflanzlich |
| Zucker oder Glukose-Fruktose-Sirup | Süße, Konservierung | pflanzlich |
| Branntweinessig | Säure, Haltbarkeit | pflanzlich |
| Salz | Geschmack | mineralisch |
| Gewürze, Gewürzextrakte | Zwiebel, Nelke, Piment, Senf | pflanzlich |
| Verdickungsmittel | Konsistenz, meist Xanthan | Fermentation |
| Natürliches Aroma | Geschmacksrundung | fast immer pflanzlich |
Keine dieser Positionen ist tierisch. Das Verdickungsmittel Xanthan wird durch Fermentation mit Bakterien gewonnen und ist unproblematisch.
Die drei Ausnahmen
Honig
Er taucht vor allem in Spezialsorten auf: Honig-Senf-Ketchup, Barbecue-Ketchup, Curry-Varianten mit Fruchtnote. Honig steht ausgeschrieben in der Zutatenliste, ein Synonym gibt es nicht. Warum Honig nicht als vegan gilt, ist gesondert erklärt.
Worcestersauce
Die klassische Rezeptur enthält eingelegte Sardellen. In Ketchup wird sie eingesetzt, um Tiefe und eine würzige Note zu erzeugen – typisch bei rauchigen und „scharf-würzigen“ Sorten. Weil Worcestersauce eine zusammengesetzte Zutat ist, muss sie aufgeschlüsselt werden; der Fischhinweis erscheint dann auch beim Ketchup und ist als Allergen hervorgehoben. Die Einzelheiten stehen bei Worcestersauce.
Karmin
Tomatenmark liefert normalerweise genug Farbe. Bei tomatenarmen Rezepturen oder bei Sorten, die einen kräftigeren Rotton haben sollen, kann mit Karmin nachgeholfen werden. Es steht als „Echtes Karmin“, „Karmin“ oder E 120 in der Liste. Ausführlich dazu: Lebensmittelfarbe.
Warum das Etikett hier ausreicht
Bei vielen Produkten trägt die Zutatenliste nur begrenzt. Klärmittel in Wein und Bier gelten als Verarbeitungshilfsstoffe und müssen nicht deklariert werden – deshalb sagt ein unauffälliges Etikett dort nichts.
Ketchup wird gekocht, passiert und abgefüllt. Es gibt keinen Klär- oder Schönungsschritt, bei dem ein Hilfsstoff zum Einsatz käme, der anschließend wieder entfernt wird. Alles, was drin ist, ist eine Zutat – und Zutaten sind kennzeichnungspflichtig.
Diese Klarheit ist der praktische Kern: Bei Ketchup genügt der Blick auf die Rückseite, und zwar vollständig. Man sucht nach drei Wörtern: Honig, Worcester, Karmin.
Die Sorten im Überblick
- Tomatenketchup – die Standardvariante, praktisch immer unproblematisch.
- Gewürzketchup und Curryketchup – meist ebenfalls, aber die Gewürzmischung lohnt einen Blick.
- Barbecue- und Smoky-Sorten – hier steckt am ehesten Worcestersauce oder Honig.
- Honig-Senf-Varianten – der Name sagt es bereits.
- Ketchup ohne Zuckerzusatz – gesüßt mit Süßungsmitteln oder Fruchtsüße, beides pflanzlich.
- Bio-Ketchup – sagt etwas über den Anbau, nichts über Honig. Bio-Sorten enthalten sogar häufiger Honig als konventionelle, weil er als natürliche Süße beworben wird.
Der letzte Punkt ist der überraschendste. Wer im Bioregal automatisch zugreift, greift bei Ketchup nicht zwangsläufig richtig.
Was „natürliches Aroma“ bedeutet
Eine Position sorgt regelmäßig für Unsicherheit, weil sie nichts über die Herkunft verrät. Nach der EU-Aromenverordnung darf ein „natürliches Aroma“ aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen gewonnen werden – die Quelle muss nur dann genannt werden, wenn das Aroma nach einem bestimmten Lebensmittel benannt ist.
Bei Ketchup ist das theoretische Risiko allerdings klein. Die Aromen zielen auf Gewürz-, Rauch- und Tomatennoten, und die stammen aus Pflanzenextrakten. Ein tierisches Aroma hätte hier keinen sinnvollen Einsatzzweck.
Wer die Position dennoch geklärt haben will, kommt nur über ein Vegan-Siegel oder eine Herstelleranfrage weiter. Für den Alltag ist das der Punkt, an dem die meisten Menschen die Prüfung beenden – die drei kritischen Zutaten sind ohnehin deklariert.
Ketchup in der Gastronomie
An der Pommesbude, im Restaurant und bei Portionsbeuteln entfällt das Zutatenverzeichnis auf der Verpackung. Zusatzstoffe müssen zwar kenntlich gemacht werden, in der Praxis steht dort aber nur ein Sammelhinweis.
Zwei Anhaltspunkte helfen: Große Marken in Gastronomiegebinden verwenden meist dieselbe Rezeptur wie im Handel. Und bei Standardketchup ist die Wahrscheinlichkeit ohnehin hoch, dass er unproblematisch ist – die Ausnahmen sitzen bei den Spezialsorten, die im Imbiss selten stehen.
Verwandte Frage am selben Tresen: Die Mayonnaise daneben enthält Ei, und die Currysauce kann Worcestersauce enthalten. Auch Pommes selbst sind nicht in jedem Fall unbedenklich.
Selbst gemacht
Ketchup lässt sich in zwanzig Minuten ansetzen und ist dann eindeutig. Nötig sind: 200 g Tomatenmark, 100 ml Wasser, 3 EL Apfelessig, 2 bis 3 EL Zucker oder Dattelsirup, 1 TL Salz, dazu je eine Prise Zwiebelpulver, Knoblauchpulver, Piment, Nelke und Senfpulver.
Alles verrühren, aufkochen und fünf bis zehn Minuten leise köcheln lassen, bis die Masse eindickt. Abschmecken, abkühlen, in ein sauberes Glas füllen. Im Kühlschrank hält der Ketchup ein bis zwei Wochen.
Der Unterschied zum gekauften Produkt liegt in der Konsistenz: Ohne Verdickungsmittel bleibt selbst gemachter Ketchup etwas flüssiger. Eine Messerspitze Xanthan gleicht das aus, wenn es stören sollte.
Verwandte Saucen im Kühlregal
Ketchup steht selten allein. Die Nachbarn im Regal fallen sehr unterschiedlich aus, und die Unterschiede sind nicht intuitiv:
| Sauce | Kritischer Punkt | Einordnung |
|---|---|---|
| Mayonnaise | Eigelb | nicht vegan, außer ausdrücklich ausgewiesen |
| Senf | keiner | vegan |
| BBQ-Sauce | Worcestersauce, Honig | Zutatenliste prüfen |
| Cocktailsauce | Mayonnaise-Basis | meist nicht vegan |
| Aioli | Ei | meist nicht vegan |
| Sweet Chili | selten Fischsauce | meist vegan |
Senf ist dabei der unauffälligste Fall: Senfsaat, Essig, Wasser, Salz – fertig. Nur bei Honig-Senf und bei einzelnen Feinkostsorten lohnt der Blick. Bei Cocktailsauce dagegen ist die Mayonnaise-Basis der Regelfall.
Häufige Fragen
Ist Heinz Ketchup vegan?
Der klassische Tomatenketchup enthält nach dem Zutatenverzeichnis keine tierischen Bestandteile. Bei den Spezialsorten der Marke – etwa Barbecue- oder Honig-Varianten – sieht es anders aus. Da Rezepturen sich ändern, bleibt die Zutatenliste auf der konkreten Flasche maßgeblich. Die markenspezifische Einordnung steht bei Heinz Ketchup.
Ist der Zucker im Ketchup ein Problem?
In Deutschland nicht. Der verwendete Zucker stammt aus Zuckerrüben und wird mit Kalk und Kohlensäure gereinigt, nicht mit Knochenkohle. Bei importierten Saucen mit Rohrzucker bleibt theoretisch ein Restzweifel, praktisch ist er gering.
Enthält Ketchup Gelatine?
Nein. Gelatine dient als Gelier- oder Klärmittel und hat in einer passierten Tomatensauce keine Funktion. Für die Konsistenz sorgen der Tomatenanteil selbst und gegebenenfalls Xanthan. Das Gerücht stammt aus der Verwechslung mit Produkten, die tatsächlich geliert werden.
Ist Curryketchup vegan?
Meistens ja – die Currymischung besteht aus Gewürzen. Zu prüfen sind zwei Dinge: Ob Worcestersauce zur Würzung verwendet wurde und ob die Sorte mit Honig abgerundet ist. Beides steht in der Zutatenliste.
Was ist mit Tomatenmark und passierten Tomaten?
Beides ist unproblematisch. Tomatenmark besteht aus eingekochten Tomaten, oft mit Salz. Passierte Tomaten sind Tomaten und gegebenenfalls Salz und Zitronensäure. Bei fertigen Pastasaucen lohnt dagegen der Blick auf Sahne, Butter und Käse.
